Kiefergelenk
Kiefergelenksbehandlung (CMD)
Schmerzen beim Kauen, ein Knacken oder Reiben im Kiefergelenk, morgendliche Verspannungen im Gesicht oder unerklärliche Kopfschmerzen können auf eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) hinweisen – ein aus dem Gleichgewicht geratenes Zusammenspiel aus Kiefergelenk, Kaumuskulatur und dem Zusammenbiss Ihrer Zähne. CMD ist weit verbreitet, wird aber oft nicht als solche erkannt, weil sich die Beschwerden auch als Nacken-, Ohren- oder allgemeine Kopfschmerzen äußern können.
Wann sollte eine CMD abgeklärt werden?
Typische Anzeichen, die eine Abklärung sinnvoll machen, sind Schmerzen oder ein hör- bzw. spürbares Knacken im Kiefergelenk, eine eingeschränkte, schmerzhafte oder unregelmäßige Mundöffnung, druckschmerzhafte Verspannungen der Kau- und Nackenmuskulatur sowie nächtliches Zähneknirschen oder -pressen (Bruxismus), das Partner:innen häufig als erstes bemerken. Auch damit verbundene, oft morgens auftretende Kopfschmerzen, ein diffuses Druckgefühl im Gesicht oder Ohrgeräusche und ein Druckgefühl im Ohr können ihren Ursprung im Kiefergelenk haben, auch wenn das zunächst nicht naheliegend erscheint. Bleibt eine CMD unbehandelt, können sich die Beschwerden über Jahre verstärken und auch die Zahnsubstanz durch übermäßigen Abrieb sichtbar schädigen.
Wie laufen Diagnostik und Behandlung ab?
Am Beginn steht eine ausführliche klinische Funktionsanalyse: Ich prüfe systematisch Bewegungsumfang und Geräusche des Kiefergelenks, den Zustand der Kaumuskulatur durch gezielte Abtastung sowie den Zusammenbiss Ihrer Zähne, und ergänze das bei Bedarf durch bildgebende Diagnostik. Auf Basis dieses Befundes erstelle ich gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Therapieplan. Je nach Ausprägung kommen eine individuell im Mund angefertigte Aufbissschiene zur Entlastung des Gelenks, gezielte Übungen bzw. eine Überweisung zur Physiotherapie, oder – insbesondere bei ausgeprägtem Bruxismus mit deutlich vergrößerter Kaumuskulatur – eine Botulinumtoxin-Behandlung der betroffenen Muskulatur zum Einsatz. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kommen operative Verfahren wie eine Kiefergelenkspülung (Arthrozentese) infrage, die ich am Universitätsklinikum St. Pölten durchführe. In komplexeren oder länger bestehenden Fällen arbeite ich eng mit Kieferorthopädie, Physiotherapie oder HNO-Fachärzt:innen zusammen, um alle beitragenden Faktoren zu erfassen.
Wie verläuft die Behandlung?
CMD-Beschwerden bessern sich in aller Regel nicht von einem Tag auf den anderen, sondern schrittweise über mehrere Wochen, da sich Muskulatur und Gelenk erst allmählich an die veränderte, entlastete Belastungssituation gewöhnen müssen. Eine Aufbissschiene wird üblicherweise nachts getragen und in Kontrollterminen regelmäßig überprüft und bei Bedarf nachjustiert, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Begleitend unterstützen bewusste Entspannungsübungen für die Kaumuskulatur, Stressreduktion und eine Anpassung von Gewohnheiten wie Kaugummikauen oder starkem Zubeißen die Behandlung zusätzlich. Bei den meisten Patient:innen zeigt sich innerhalb weniger Wochen eine spürbare Besserung der Beschwerden.
Was kostet die Behandlung?
Diagnostik und Therapie von Kiefergelenkbeschwerden biete ich in meinen Ordinationen in St. Andrä-Wördern, Thörl und Frankenfels an. Funktionsanalyse und Beratung erbringe ich dort als Kassenleistung nach den offiziellen Kassentarifen – hier entstehen Ihnen keine zusätzlichen Kosten. Auch individuell im zahntechnischen Labor gefertigte Aufbissschienen erhalten Sie in diesen drei Ordinationen. Für eine Botulinumtoxin-Behandlung der Kaumuskulatur stelle ich Ihnen eine Honorarnote aus, die Sie bei Ihrem Versicherungsträger einreichen können; über eine Rückerstattung entscheidet der Versicherungsträger. Operative Eingriffe am Kiefergelenk erfolgen am Universitätsklinikum St. Pölten. Über die einzelnen Behandlungsschritte und die damit verbundenen Kosten informiere ich Sie gerne bereits im Rahmen der Erstuntersuchung.
Persönliche Beratung vor jeder Behandlung
Vor jeder Behandlung nehme ich mir Zeit für ein ausführliches persönliches Gespräch: Wir klären gemeinsam Ihre gesundheitliche Vorgeschichte, besprechen realistische Erwartungen und beantworten alle offenen Fragen, bevor Sie sich für einen Termin entscheiden. Nur mit einer vollständigen Anamnese und einer sorgfältigen Untersuchung lässt sich beurteilen, ob eine Behandlung für Sie geeignet ist und welches Vorgehen in Ihrem Fall sinnvoll ist.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich eine CMD?
Typisch sind Schmerzen oder ein Knacken im Kiefergelenk, eine eingeschränkte oder schmerzhafte Mundöffnung, Verspannungen der Kau- und Nackenmuskulatur sowie nächtliches Zähneknirschen oder ‑pressen. Auch morgendliche Kopfschmerzen, ein Druckgefühl im Gesicht oder Ohrgeräusche können vom Kiefergelenk ausgehen.
Hilft eine Aufbissschiene gegen Zähneknirschen?
Eine individuell angefertigte Aufbissschiene entlastet Kiefergelenk und Kaumuskulatur. Sie wird meist nachts getragen und bei Kontrollterminen nachjustiert. Reicht das nicht aus, kommen gezielte Übungen, Physiotherapie oder eine Botulinumtoxin-Behandlung der Kaumuskulatur infrage.
Wie schnell bessern sich die Beschwerden?
Meist schrittweise über mehrere Wochen, weil sich Muskulatur und Gelenk erst an die Entlastung gewöhnen müssen. Bei den meisten Patient:innen zeigt sich innerhalb weniger Wochen eine spürbare Besserung.
Zahlt die Krankenkasse die CMD-Behandlung?
Funktionsanalyse und Beratung sind in meinen Ordinationen in St. Andrä‑Wördern, Thörl und Frankenfels Kassenleistungen ohne Zusatzkosten. Für eine Botulinumtoxin-Behandlung der Kaumuskulatur erhalten Sie eine Honorarnote, die Sie bei Ihrem Versicherungsträger einreichen können; über die Rückerstattung entscheidet der Versicherungsträger.
Interesse an einer Beratung?
Vereinbaren Sie unverbindlich einen Termin – ich melde mich so rasch wie möglich bei Ihnen zurück.
Termin anfragen