Kieferchirurgie

Umstellungsosteotomie

Wenn Ober- und Unterkiefer in ihrer Größe, Form oder Lage so stark voneinander abweichen, dass Kauen, Sprechen, Atmen oder die Gesichtsästhetik dauerhaft beeinträchtigt sind, reicht eine rein kieferorthopädische Korrektur oft nicht mehr aus. In solchen Fällen kann eine operative Umstellung der Kieferknochen (Umstellungsosteotomie) die tragfähige Lösung sein. Diesen komplexen Eingriff führe ich in enger Kooperation mit der Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie St. Pölten durch, wo die notwendige stationäre und anästhesiologische Infrastruktur zur Verfügung steht.

Universitätsklinik St. PöltenOrt
VollnarkoseNarkose
stationärAufenthalt

Wann ist eine Umstellungsosteotomie sinnvoll?

Eine Umstellungsosteotomie kommt bei ausgeprägten skelettalen Kieferfehlstellungen infrage, etwa einem deutlichen Vor- oder Rückstand des Unterkiefers gegenüber dem Oberkiefer, einem offenen Biss, bei dem sich Vorder- oder Seitenzähne beim Zubeißen nicht berühren, oder bei asymmetrischen Kieferverhältnissen, die das Gesicht sichtbar aus der Balance bringen. Betroffene berichten häufig von Kau- und Sprechproblemen, einer erschwerten Nasenatmung, einseitiger Überlastung der Kiefergelenke oder einem stark ausgeprägten ästhetischen Leidensdruck. Die Indikation und der genaue Zeitpunkt werden nie isoliert von mir allein gestellt, sondern immer im interdisziplinären Team gemeinsam mit Ihrer Kieferorthopädie festgelegt, da Zahnstellung und Kieferposition untrennbar zusammenhängen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Der eigentlichen Operation geht üblicherweise eine mehrmonatige, manchmal ein- bis zweijährige kieferorthopädische Vorbehandlung voraus, in der die Zähne innerhalb der jeweiligen Kieferhälften optimal ausgerichtet werden, damit sie nach der Operation exakt zusammenpassen. Die Operation selbst erfolgt unter Vollnarkose im Rahmen eines stationären Aufenthalts an der Universitätsklinik St. Pölten: Ober- und/oder Unterkiefer werden über sorgfältig geplante Schnitte im Knochen gezielt durchtrennt, in die zuvor computergestützt geplante neue Position gebracht und dort mit kleinen Titanplatten und Schrauben stabil fixiert, die in aller Regel dauerhaft im Knochen verbleiben können. Je nach Komplexität dauert der Eingriff mehrere Stunden. Im Anschluss folgt eine kieferorthopädische Feineinstellung, bis der Biss endgültig stimmt.

Heilung & Nachsorge

Die ersten Tage nach der Operation verbringen Sie stationär unter ärztlicher Beobachtung, begleitet von Schwellungen im Gesicht und einer Phase mit ausschließlich weicher bzw. flüssiger Kost über mehrere Wochen, da die Kiefer zunächst geschont werden müssen. Die knöcherne Heilung ist nach etwa sechs bis acht Wochen so weit fortgeschritten, dass die Belastung und Kost schrittweise gesteigert werden können. Das endgültige funktionelle und ästhetische Ergebnis zeigt sich jedoch erst nach einigen Monaten, wenn auch die abschließende kieferorthopädische Behandlung abgeschlossen und der Knochen vollständig konsolidiert ist.

Kosten & Kostenübernahme

Da dieser Eingriff bei entsprechender medizinischer Indikation im Rahmen der Kooperation an der öffentlichen Universitätsklinik St. Pölten erfolgt, unterscheidet sich die Kostenregelung grundlegend von einer rein privaten Wahlarztbehandlung in meinen Ordinationen: Bei nachgewiesener funktioneller Notwendigkeit kann ein wesentlicher Teil der Behandlung – insbesondere der stationäre Aufenthalt und der operative Eingriff selbst – über die gesetzliche Krankenversicherung abgewickelt werden, während die begleitende kieferorthopädische Behandlung meist gesondert zu betrachten ist. Welche Kosten in Ihrem individuellen Fall tatsächlich anfallen, was die Krankenkasse übernimmt und welche Unterlagen dafür notwendig sind, bespreche ich ausführlich gemeinsam mit Ihnen und dem Team der Universitätsklinik, bevor die Behandlung beginnt.

Hinweis: Alle genannten Zeitangaben sind allgemeine Richtwerte und können je nach individuellem Befund abweichen. Genaue Kosten und die zu erwartende Erstattung bespreche ich transparent mit Ihnen nach der persönlichen Untersuchung.

Persönliche Beratung vor jeder Behandlung

Vor jeder Behandlung nehme ich mir Zeit für ein ausführliches persönliches Gespräch: Wir klären gemeinsam Ihre gesundheitliche Vorgeschichte, besprechen realistische Erwartungen und beantworten alle offenen Fragen, bevor Sie sich für einen Termin entscheiden. Nur mit einer vollständigen Anamnese und einer sorgfältigen Untersuchung lässt sich beurteilen, ob eine Behandlung für Sie geeignet ist und welches Vorgehen im Einzelfall das beste und sicherste Ergebnis verspricht.

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